Sicherheitsdienst Kosten pro Stunde: Preisfaktoren im Überblick
Ein Sicherheitsdienst kostet 2026 zwischen 18 und 58 Euro netto pro Stunde. Wo genau ein Angebot in dieser Spanne landet, entscheidet sich an sechs Stellschrauben: Leistungsart, Qu
Auf einen Blick
Die Kosten für einen Sicherheitsdienst pro Stunde liegen 2026 in Deutschland zwischen 18 und 58 Euro netto je eingesetzter Sicherheitskraft. Für qualifiziertes Personal in Standardleistungen nennen Marktübersichten übereinstimmend 25 bis 50 Euro netto pro Stunde. Am unteren Ende steht der Empfangs- und Pförtnerdienst, in der Mitte liegen Objektschutz, Werkschutz und Veranstaltungsdienst, am oberen Ende der Personenschutz mit 50 bis 120 Euro pro Stunde. Alle Werte verstehen sich netto, also zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer sowie Zuschlägen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit.
Diese Spanne ist kein Zufall und auch kein Verhandlungsspielraum nach Gutdünken. Sie folgt einer nachvollziehbaren Kalkulationslogik, die im Bewachungsgewerbe durch Tarifverträge, gesetzliche Qualifikationsanforderungen und einen hohen Personalkostenanteil vorgezeichnet ist. Wer die Bausteine kennt, erkennt an einem Angebot innerhalb weniger Minuten, ob der Preis solide gerechnet ist oder ob am Ende Nachforderungen drohen.
Der Stundensatz ist im Bewachungsgewerbe die übliche Abrechnungseinheit. Er bezieht sich immer auf eine Sicherheitskraft und eine geleistete Stunde, nicht auf das gesamte Objekt. Wer zwei Posten gleichzeitig besetzt, zahlt entsprechend den doppelten Satz. Diese Klarstellung ist wichtig, weil Preisangaben im Netz häufig ohne diesen Bezug zitiert werden und dadurch zu niedrig wirken.
Marktübersichten für 2026 kommen zu weitgehend deckungsgleichen Ergebnissen. Goldeneye Sicherheitsdienst nennt eine Gesamtspanne von 18 bis 58 Euro netto pro Stunde und ordnet die einzelnen Leistungsarten darin ein. Security.de und Sox Sicherheitsdienst beziffern den Korridor für qualifiziertes Personal auf 25 bis 50 Euro. Kulig Security beziffert die Spanne unter Verweis auf Trustlocal mit 22 bis 50 Euro, in Spitzen über 80 Euro. Die Unterschiede erklären sich vor allem daraus, ob einfache Pförtnertätigkeiten mitgezählt werden und welche Region den Bezugsrahmen bildet.
Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Leistungsarten nach Preisniveau. Die Werte stammen aus der Marktübersicht von Goldeneye Sicherheitsdienst für 2026 und decken sich in der Größenordnung mit den Angaben von Sox Sicherheitsdienst, security.de und Cesar Security.
| Leistungsart | Stundensatz netto (2026) | Typisches Einsatzgebiet |
|---|---|---|
| Empfangs- und Pförtnerdienst | 18–25 €/h | Bürogebäude, Verwaltung, leichte Pfortenaufgaben |
| Standard-Sicherheitsdienst (Streife, Rundgang) | 22–30 €/h | Gewerbeparks, Lager, Wohnanlagen |
| Baustellenbewachung | 22–32 €/h | Bauphase, Schutz von Werkzeug und Maschinen |
| Hotelsicherheit / Doorman | 23–35 €/h | Hotels, Lobbypräsenz, Nachtwache |
| Werkschutz | 25–38 €/h | Industrie, Produktion, Verladekontrolle |
| Event-Sicherheit | 25–42 €/h | Veranstaltungen, Besucherlenkung |
| Brandsicherheitswache | 28–42 €/h | Heißarbeiten, Gebäude ohne Brandmeldeanlage |
| Objektschutz Premium | 30–45 €/h | Banken, Pharma, Konzernzentralen |
| Personenschutz / VIP-Begleitung | 40–58 €/h | Führungskräfte, exponierte Personen |
Für Hochsicherheitsbereiche nennt security.de 45 bis 80 Euro pro Stunde, für Personenschutz als Spezialleistung 50 bis 150 Euro. Sox Sicherheitsdienst setzt den Personenschutz bei 50 bis 120 Euro an. Wer eine Leistung ausschreibt, sollte den erwarteten Korridor also nicht aus einer einzelnen Zahl ableiten, sondern aus dem Anforderungsprofil: Ein stationärer Posten in einem Bürogebäude kostet nun einmal weniger als eine Fachkraft mit Sachkundeprüfung im Rechenzentrum.
Das Bewachungsgewerbe ist tarifgebunden. Die Lohntarifverträge werden landesbezogen abgeschlossen, auf Arbeitgeberseite verhandelt der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft. In allen Entgeltgruppen liegt der Tariflohn über dem gesetzlichen Mindestlohn. Für Berlin und Brandenburg gelten laut coredinate für die Laufzeit Januar 2026 bis Dezember 2027 folgende Stundenlöhne brutto: Objektschutz 15,15 Euro, Revierwache 16,20 Euro, Notruf- und Serviceleitstelle 16,80 Euro, Werkschutzfachkraft 16,80 Euro und Fachkraft für Schutz und Sicherheit 17,65 Euro. Die höchste Fachkraftvergütung bundesweit liegt bei 22,28 Euro pro Stunde in Nordrhein-Westfalen.
Zwischen diesem Bruttolohn und dem Angebotspreis liegen mehrere Aufschlagsstufen. Lohnnebenkosten schlagen mit rund 20 bis 30 Prozent des Bruttolohns zu Buche. Hinzu kommen Verwaltung, Disposition, Einsatzleitung, Schulungen, Dienstkleidung, Funktechnik, Fahrzeuge, Betriebshaftpflicht und Dokumentationssysteme. Erst darauf setzt die Unternehmensmarge auf, die üblicherweise zwischen 8 und 15 Prozent liegt. Als grobe Aufteilung gilt im Bewachungsgewerbe eine Struktur aus etwa 65 Prozent Personalkosten, 25 Prozent Betriebskosten und 10 Prozent Marge.
Daraus ergibt sich ein Faktor von rund 1,7 bis 2,4 zwischen Tariflohn und Marktpreis. Ein Tariflohn von 14,60 Euro pro Stunde führt entsprechend zu Stundensätzen von 25 bis 35 Euro. Dieser Rechenweg ist der beste Plausibilitätstest für jedes Angebot: Wer einen Satz von 19 Euro netto anbietet, kann bei einem tariflichen Objektschutzlohn von 15,15 Euro brutto weder Lohnnebenkosten noch Verwaltung noch Versicherung vollständig abdecken. Für 2027 ist in 14 Bundesländern bereits eine zweite Erhöhungsstufe vertraglich fixiert, der Zielwert in der untersten Entgeltgruppe liegt bei rund 15,70 Euro. Diese Steigerung wandert planmäßig in die Stundensätze.
Gut zu wissen: Die Tariflöhne sind landesbezogen geregelt. Ein bundesweit tätiger Dienstleister kalkuliert deshalb je Einsatzort unterschiedlich. Ein Angebot für ein Objekt in Brandenburg lässt sich nicht eins zu eins auf einen Standort in Nordrhein-Westfalen übertragen, wo die höchste Fachkraftvergütung bei 22,28 Euro brutto liegt.
Die Qualifikation der eingesetzten Kräfte ist der stärkste einzelne Hebel im Stundensatz. Gesetzliche Grundlage ist § 34a Gewerbeordnung. Die 40-stündige Unterrichtung bei der Industrie- und Handelskammer bildet die Basisqualifikation. Für bestimmte Tätigkeiten reicht sie nicht aus: Einlasskontrollen im Gastgewerbe, Türsteherfunktionen, Schutz vor Ort in Flüchtlingsunterkünften und Leitstellentätigkeiten setzen die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO voraus.
Darüber liegen die IHK-geprüfte Werkschutzfachkraft, die Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft sowie die Fachkraft für Schutz und Sicherheit als dreijähriger Ausbildungsberuf. Der Unterschied zeigt sich schon im Tarif: Basisqualifikation nach § 34a Unterrichtung liegt bundesweit bei 14,60 bis 15,15 Euro brutto, die IHK-Werkschutzfachkraft bei 16,17 bis 21,83 Euro, die Fachkraft für Schutz und Sicherheit bei 16,17 bis 22,28 Euro. Am Markt entspricht das laut security.de und Sox Sicherheitsdienst einem Aufschlag von 20 bis 40 Prozent gegenüber der gesetzlichen Mindestqualifikation.
Zusatzqualifikationen und Ausstattung schlagen separat zu Buche. Ein Diensthund-Team erhöht die Kosten je nach Recherchelage um 15 bis 30 Prozent. Eine Brandschutzbeauftragten- oder Ersthelferqualifikation führt zu Aufschlägen von 15 bis 25 Prozent. Mehrsprachige Kräfte, etwa im Empfangsdienst international tätiger Unternehmen, kosten rund 20 Prozent mehr. Diese Aufschläge sind sachlich begründet, denn sie bilden Ausbildungsaufwand, Verfügbarkeit und Haftungsrisiko ab.
Für die Kalkulation folgt daraus eine einfache Regel: Die Qualifikation gehört zur Aufgabe, nicht zum Prestige. Für eine besetzte Pforte mit Besucheranmeldung und Schlüsselausgabe genügt in der Regel eine unterrichtete Kraft. Für einen Produktionsstandort mit Gefahrstofflager, Verladekontrolle und Brandschutzauflagen ist eine Fachkraft die wirtschaftlichere Wahl, weil sie mehrere Funktionen in einer Person bündelt. Welche Aufgabenprofile im industriellen Umfeld anfallen, zeigt der Überblick zu den Aufgaben im Werkschutz.
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Der genannte Stundensatz gilt in aller Regel für den Grundfall: Tagschicht an einem Werktag. Sobald die Einsatzzeit davon abweicht, greifen tarifliche Zuschläge, die der Dienstleister an den Auftraggeber weitergibt. Der BDSW-Tarifvertrag für Hamburg, gültig ab dem 1. März 2026 mit Laufzeit bis Ende 2027, sieht 15 Prozent Nachtzuschlag für die Zeit von 20 bis 6 Uhr vor, 50 Prozent für Sonntagsarbeit und 100 Prozent für Feiertagsarbeit. Über die Bundesländer hinweg bewegen sich Nachtzuschläge in einer Bandbreite von etwa 10 bis 25 Prozent, Sonntagszuschläge zwischen 25 und 50 Prozent, Feiertagszuschläge zwischen 50 und 100 Prozent.
Praktisch bedeutet das: Ein Feiertagseinsatz kostet den doppelten Basissatz zuzüglich Lohnnebenkosten. Wer eine Weihnachtsmarktbewachung oder eine Silvesterschicht plant, sollte diesen Faktor von Anfang an einrechnen und nicht mit dem Werktagssatz kalkulieren. Der Effekt lässt sich auch an den Leistungspreisen ablesen: Objektschutz tagsüber liegt laut security.de bei 25 bis 35 Euro, mit Nachtschicht bei 35 bis 50 Euro. Cesar Security nennt für Hamburg 25 bis 35 Euro für Tagschichten und 31 bis 44 Euro für Nachtdienste.
Zwei weitere Positionen werden regelmäßig übersehen. Erstens der Mindesteinsatz: Branchenüblich sind vier Stunden pro Schicht, auch wenn der tatsächliche Bedarf kürzer ausfällt. Ein zweistündiger Einsatz zur Objektübergabe wird also als vier Stunden abgerechnet. Zweitens die Vorlaufzeit: Kurzfristige Beauftragungen führen zu Aufschlägen von 25 bis 100 Prozent, bei Anfragen unter 24 Stunden Vorlauf kommen Bereitstellungszuschläge hinzu. Wer planbaren Bedarf frühzeitig meldet, spart hier den größten Einzelposten.
Hinzu kommen Anfahrtskosten, die häufig separat mit 0,30 bis 0,50 Euro je Kilometer abgerechnet werden. Bei einem abgelegenen Objekt und täglicher Anfahrt summiert sich das über zwölf Monate zu einem spürbaren Betrag. Ob Anfahrt im Stundensatz enthalten ist oder gesondert erscheint, gehört deshalb vor Vertragsschluss geklärt.
Regionale Unterschiede fallen deutlich aus. In Ballungsräumen treiben höhere Lohnniveaus und eine stärkere Nachfrage die Preise. Für Hamburg berichtet die Recherche von Marktpreisen rund 30 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, während günstigere Regionen bereits bei 20 bis 28 Euro pro Stunde beginnen. Für Auftraggeber mit mehreren Standorten heißt das: Ein einheitlicher Konzernstundensatz über alle Objekte hinweg bildet die Realität selten korrekt ab und führt entweder zu Überzahlung an günstigen Standorten oder zu Qualitätsproblemen an teuren.
Wichtiger als der Stundensatz ist für die meisten Auftraggeber ohnehin die Monatssumme. Sox Sicherheitsdienst nennt für 2026 folgende Größenordnungen: Ein Tagdienst von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr kostet 5.500 bis 7.500 Euro pro Monat. Eine Nachtbewachung an sieben Nächten mit jeweils rund zehn Stunden liegt bei 8.000 bis 12.000 Euro. Ein durchgehender 24/7-Objektschutz mit einem einzigen besetzten Posten schlägt mit 15.000 bis 25.000 Euro monatlich zu Buche, weil dafür rechnerisch mehr als vier Vollzeitstellen erforderlich sind.
Cesar Security kommt für Hamburg zu vergleichbaren Werten. Eine Gewerbeimmobilie mit zehnstündiger Nachtbewachung liegt bei 25 bis 32 Euro pro Stunde und ab 7.500 Euro im Monat. Ein Industriegelände mit 24/7-Bewachung in drei Schichten kostet 27 bis 35 Euro pro Stunde und ab 19.500 Euro monatlich. Eine Baustellenbewachung nachts und am Wochenende beginnt bei 5.600 Euro, ein Hochsicherheitsobjekt wie ein Rechenzentrum oder ein Pharmastandort bei 25.000 Euro monatlich.
Die Vertragslaufzeit wirkt in die Gegenrichtung. Langfristige Beauftragungen und größere Auftragsvolumina senken den Stundensatz, weil der Dienstleister planbar disponieren, feste Teams einsetzen und Einarbeitungskosten über die Laufzeit verteilen kann. Kurzfristige Einzeleinsätze sind pro Stunde immer teurer. Wer dauerhaften Schutzbedarf hat, sollte deshalb nicht monatsweise beauftragen. Wie sich stationäre Präsenz und mobile Kontrolle im laufenden Betrieb sinnvoll kombinieren lassen, zeigt der Beitrag zum mobilen Streifendienst.
Der häufigste Fehler beim Anbietervergleich ist der Blick auf eine einzige Zahl. Zwei Angebote mit demselben Stundensatz können sich in der Jahressumme um einen fünfstelligen Betrag unterscheiden, wenn Zuschläge, Mindesteinsatz und Anfahrt unterschiedlich geregelt sind. Ein belastbarer Vergleich braucht deshalb eine einheitliche Basis.
Das erste Prüfkriterium ist die Untergrenze. Stundensätze unter 24 Euro netto gelten in der Branche als kritisch. Unterhalb dieser Marke lassen sich Tariflohn, Lohnnebenkosten, Verwaltung und Versicherung rechnerisch kaum darstellen. Ein auffällig niedriges Angebot deutet auf Tarifbruch, unqualifiziertes Personal, fehlende Versicherung oder auf eine spätere Nachkalkulation über Zuschläge hin. Auftraggeber tragen hier ein reales Risiko, denn bei Verstößen gegen arbeitsrechtliche Vorgaben im Bewachungsgewerbe stehen sie mit im Blick der Behörden.
Diese Punkte gehören vor der Beauftragung schriftlich geklärt:
Ebenso hilfreich ist es, dem Dienstleister die Ausgangslage vollständig zu liefern. Wer Objektart, Einsatzziel, Zeiten, gewünschte Personalstärke, Aufgabenliste und vorhandene Technik benennt, bekommt ein präzises Angebot statt einer groben Schätzung. Für den Vergleich mehrerer Anbieter sollten alle dieselben Angaben erhalten. Welche Leistungsbausteine ein umfassendes Objektschutzkonzept enthält, ist im Beitrag zum Objektschutz für Unternehmen beschrieben.
Tipp für den Angebotsvergleich: Lassen Sie sich statt eines reinen Stundensatzes eine Hochrechnung auf zwölf Monate geben, inklusive aller geplanten Nacht-, Wochenend- und Feiertagsschichten. Erst diese Jahressumme macht Angebote wirklich vergleichbar. Kalkulieren Sie zusätzlich die tarifliche Erhöhungsstufe zum 1. Januar 2027 ein und fragen Sie, wie der Vertrag Lohnsteigerungen abbildet.
Sparen heißt im Bewachungsgewerbe nicht, den Stundensatz zu drücken. Der Personalkostenanteil von rund 65 Prozent lässt dafür schlicht keinen Raum. Wirksam sind stattdessen Eingriffe in das Einsatzkonzept, also in die Zahl und Lage der bezahlten Stunden.
Der größte Hebel ist die Kombination von Personal und Technik. Kameras, Alarmaufschaltung und Zutrittssysteme übernehmen die Flächenüberwachung, während die Sicherheitskraft sich auf Intervention und Zugangskontrolle konzentriert. Laut Recherche senkt das die Personalkosten um 30 bis 50 Prozent. Die Technikpreise liegen deutlich unterhalb einer Dauerpräsenz: Alarmaufschaltung mit Intervention beginnt bei 99 Euro monatlich, eine KI-gestützte Videofernüberwachung bei 149 Euro. Security.de beziffert die Fernüberwachung mit Alarmverfolgung auf etwa 300 bis 500 Euro pro Monat, Video-Türme mit KI-Auswertung auf ab 250 Euro pro Woche. Für reine Abschreckung und Dokumentation ist Technik damit die wirtschaftlichere Wahl, sie ersetzt aber keine Reaktion vor Ort.
Der zweite Hebel ist die Ablösung der Dauerpräsenz durch Intervallkontrollen. Ein Revierdienst, bei dem eine Streife mehrere Objekte nacheinander anfährt, senkt die Monatskosten laut Recherche um 40 bis 60 Prozent gegenüber einem durchgehend besetzten Posten. Ein einfacher Revierdienst mit drei Stunden täglich von Montag bis Freitag liegt bei rund 700 bis 900 Euro monatlich. Für viele Gewerbeobjekte mit überschaubarem Risiko ist das die passende Antwort auf eine Bedarfslage, die keinen 24-Stunden-Posten rechtfertigt.
Der dritte Hebel ist das Objektgruppen-Modell. Mehrere Unternehmen in einem Gewerbegebiet teilen sich eine Streife. Ab dem zweiten Teilnehmer halbieren sich die Kosten je Beteiligtem. Ergänzend gewähren Versicherer bei nachgewiesener professioneller Bewachung Rabatte von 5 bis 15 Prozent auf die Prämie, was den effektiven Nettoaufwand weiter senkt.
Bleiben zwei organisatorische Punkte. Erstens die risikobasierte Schichtplanung: Statt pauschaler Rundumbesetzung wird die Präsenz auf die tatsächlichen Risikozeiten gelegt, etwa Standposten zu Stoßzeiten und mobile Kontrollfahrten in ruhigen Stunden. Zweitens die passgenaue Qualifikation, wie oben beschrieben. Beides zusammen senkt die Kosten stärker als jede Preisverhandlung und lässt das Schutzniveau unangetastet.
Ein Sicherheitsdienst kostet 2026 zwischen 18 und 58 Euro netto pro Stunde und Sicherheitskraft. Für qualifizierte Standardleistungen gelten 25 bis 50 Euro, Personenschutz liegt bei 50 bis 120 Euro pro Stunde.
Angebote unter 24 Euro netto pro Stunde gelten als Warnsignal. Bei einem tariflichen Objektschutzlohn von 15,15 Euro brutto lassen sich darunter Lohnnebenkosten, Verwaltung und Versicherung rechnerisch nicht mehr abdecken.
Nachtzuschläge liegen meist bei 10 bis 25 Prozent, Sonntagszuschläge bei 25 bis 50 Prozent, Feiertagszuschläge bei 50 bis 100 Prozent. Der Hamburger BDSW-Tarifvertrag ab März 2026 nennt 15, 50 und 100 Prozent.
Auf den Bruttolohn kommen 20 bis 30 Prozent Lohnnebenkosten sowie Verwaltung, Ausrüstung, Fahrzeuge und Versicherung. Die Kostenstruktur besteht aus etwa 65 Prozent Personal, 25 Prozent Betrieb und 10 Prozent Marge.
Ein 24/7-Objektschutz mit einem besetzten Posten kostet 15.000 bis 25.000 Euro monatlich. Ein Tagdienst von Montag bis Freitag liegt bei 5.500 bis 7.500 Euro, eine durchgehende Nachtbewachung bei 8.000 bis 12.000 Euro.
Technik und Personal zu kombinieren senkt die Personalkosten um 30 bis 50 Prozent. Ein Revierdienst statt Dauerpräsenz spart 40 bis 60 Prozent der Monatskosten, ein Objektgruppen-Modell halbiert sie ab dem zweiten Teilnehmer.
Typisch sind Anfahrtspauschalen von 0,30 bis 0,50 Euro je Kilometer, ein Mindesteinsatz von vier Stunden je Schicht, Aufschläge von 25 bis 100 Prozent bei kurzfristiger Beauftragung sowie Zuschläge für Ausrüstung und Diensthund.
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