Objektschutz Kosten: Stundensätze, Preisfaktoren und Beispiele

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    Auf einen Blick

    Die Objektschutz Kosten liegen 2026 laut Marktübersichten bei rund 25 bis 35 Euro netto pro Stunde für einen Posten am Tag. Nachts, am Wochenende oder als Mischsatz rund um die Uhr nennt SOX Sicherheitsdienst 28 bis 38 Euro pro Stunde. Ein ständig besetzter Posten umfasst etwa 730 Stunden im Monat und kostet damit nach denselben Angaben rund 20.000 bis 28.000 Euro netto im Monat. Security.de beziffert denselben Posten mit 15.000 bis 25.000 Euro. Entscheidend für Ihre Rechnung sind drei Größen: die gebuchten Stunden, der Anteil an Nacht-, Sonn- und Feiertagsstunden und die geforderte Qualifikation.

    Die Untergrenze setzt in Berlin und Brandenburg der allgemeinverbindliche Entgelttarifvertrag. Er schreibt seit dem 1. Januar 2026 mindestens 15,15 Euro brutto pro Stunde vor. Aus diesem Lohn wird erst nach Sozialversicherung, Ausfallzeiten, Gemeinkosten und Gewinn ein Angebotspreis. Die folgenden Abschnitte zeigen diesen Weg Schritt für Schritt und rechnen typische Einsatzmodelle durch.

    Was Objektschutz 2026 kostet: Marktspannen pro Stunde und Monat

    Bevor Sie Preise vergleichen, lohnt ein Blick auf das, was Sie einkaufen. Im Objektschutz gibt es drei Grundformen. Beim festen Posten bleibt eine Sicherheitskraft während der gesamten vereinbarten Zeit am Tor, an der Pforte oder im Gebäude. Jede Stunde wird bezahlt. Bei Kontrollgängen durch Personal vor Ort ist die Kraft ebenfalls die ganze Schicht auf dem Gelände, geht aber Runden durch Gebäude und Außenbereiche. Auch hier wird stundenweise abgerechnet. Der Unterschied liegt laut SOX Sicherheitsdienst in den Aufgaben, kaum im Preis. Die dritte Form ist der Revierdienst: Ein mobiler Dienst fährt das Objekt ein- oder mehrmals pro Nacht an und wird je Kontrolle bezahlt.

    Für die beiden stundenbasierten Formen gilt eine einfache Regel. Der Stundensatz bezieht sich immer auf eine eingesetzte Kraft. Brauchen Sie zwei Kräfte je Schicht, verdoppelt sich der Betrag. Alle folgenden Marktangaben sind Nettowerte, also zuzüglich Umsatzsteuer. Keine der Quellen versteht ihre Zahlen als Preiszusage, sondern als Orientierung für ein individuelles Angebot.

    LeistungAbrechnungMarktangabe netto (Stand 2026)Quelle
    Objektschutz werktags tagsüberje Stunde25–35 €SOX Sicherheitsdienst, security.de
    Objektschutz nachts, am Wochenende oder Mischsatz rund um die Uhrje Stunde28–38 €SOX Sicherheitsdienst
    Objektschutz mit Nachtschichtje Stunde35–50 €security.de
    Objektschutz/Wachschutz Hamburgje Stunde25–40 €Cesar Security
    Einfacher Objektschutzje Stunde22–35 €Kulig Security (unter Verweis auf Trustlocal)
    Werkschutz mit qualifiziertem Personalje Stunde32–48 €SOX Sicherheitsdienst
    Posten rund um die Uhr (rund 730 Stunden)je Monat20.000–28.000 €SOX Sicherheitsdienst
    24/7-Objektschutz, ein Postenje Monat15.000–25.000 €security.de
    24/7-Objektschutz, mehrere Schichtenje Monatbis 40.000 €Cesar Security

    Die Spannen decken sich weitgehend, haben aber unterschiedliche Bezugsräume. SOX Sicherheitsdienst bezieht seine Werte auf Süddeutschland und den Großraum Stuttgart. Cesar Security nennt Hamburger Preise. Für Berlin und Brandenburg gibt es keine veröffentlichte Preisübersicht mit gleicher Methodik. Deshalb lohnt es sich, die Kalkulation vom regionalen Tariflohn aus nachzuvollziehen. Das zeigt der nächste Abschnitt.

    Beachten Sie auch, was die Spannen nicht enthalten. Anfahrt, Einsatzleitung, besondere Ausrüstung oder Technik weisen Anbieter unterschiedlich aus. SOX Sicherheitsdienst erklärt die Streuung beim Dauerposten ausdrücklich damit, dass Ausstattung, Einsatzleitung und Vertretung verschieden kalkuliert werden. Vergleichen Sie Angebote daher nur auf Basis desselben Leistungsumfangs. Wie sich Stundensätze im Sicherheitsdienst über alle Leistungsarten hinweg verteilen, von der Pforte bis zum Personenschutz, lesen Sie im Ratgeber zu Stundensätzen im Sicherheitsdienst allgemein. Hier geht es um die Frage, wie aus einem Stundensatz ein Monatsbetrag für Ihr Objekt wird.

    Vom Tariflohn zum Stundensatz: die Basis in Berlin und Brandenburg

    In Berlin und Brandenburg gilt der Entgelttarifvertrag für Sicherheitsdienstleistungen vom 18. November 2025. Abgeschlossen haben ihn die Landesgruppe Berlin und Brandenburg des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und der ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg. Der Vertrag ist allgemeinverbindlich, die Bekanntmachung stammt vom 26. Mai 2026. Er gilt rückwirkend ab 1. Januar 2026 und ist frühestens zum 31. Dezember 2027 kündbar. Allgemeinverbindlich heißt: Jedes Bewachungsunternehmen in der Region muss diese Löhne zahlen, auch ohne Verbandsmitgliedschaft. Ausgenommen sind nur Gleisanlagen der Deutschen Bahn, Geld- und Werttransporte und die Luftsicherheit an Flughäfen.

    Der Vertrag kennt fünf Entgeltgruppen. Die unterste Gruppe liegt 2026 bei 15,15 Euro brutto pro Stunde, ab 2027 bei 15,70 Euro. Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 13,90 Euro ab 1. Januar 2026 und 14,60 Euro ab 1. Januar 2027. Entgeltgruppe 2 mit 15,55 Euro gilt unter anderem für Revier- und Interventionsdienst, Einkaufszentren, Schulen, Jobcenter, Bundesbehörden und Objekte nach den Vergabegesetzen von Berlin und Brandenburg. Die Gruppen 3 bis 5 reichen bis 21,80 Euro. Wichtig für Ihre Kalkulation: Die Gruppen 2 bis 5 greifen nur, wenn Ihre Leistungsbeschreibung die jeweilige Qualifikation ausdrücklich fordert.

    Tarif-Stundenlöhne Berlin/Brandenburg nach Entgeltgruppe und Einsatzzeit

    BPS Protect Infografik · interaktiv
    Objektschutz in Berlin: vom Tariflohn zur Einsatzstunde
    Tarif-Stundenlöhne nach Entgeltgruppe und die Wirkung der Zuschläge. Fahren Sie über einen Balken für Wert und Quelle.
    15,15 €
    Tariflohn EG1 je Stunde
    brutto, ab 01.01.2026
    +15 %
    Nachtzuschlag 22 bis 6 Uhr
    mit Sonn- und Feiertag kumulierbar
    730 h
    Stunden eines Dauerpostens im Monat
    24 Stunden mal 30,4 Tage
    Ansicht:

    Bruttolohn je Stunde nach Entgeltgruppe

    Wählen Sie das Jahr. Zum Vergleich steht der gesetzliche Mindestlohn in der ersten Zeile.

    Gültig ab:
    0 €4,8 €9,6 €14,4 €19,2 €24 €MindestlohnMindestlohn: 13,90 €13,90 €EG1EG1: 15,15 €15,15 €EG2EG2: 15,55 €15,55 €EG3EG3: 16,80 €16,80 €EG4EG4: 17,65 €17,65 €EG5EG5: 21,80 €21,80 €

    Quelle: Entgelttarifvertrag Sicherheitsdienstleistungen Berlin/Brandenburg vom 18.11.2025 (BDSW, allgemeinverbindlich); Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung.

    Quellen: Entgelttarifvertrag Sicherheitsdienstleistungen Berlin/Brandenburg (BDSW) · Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung · SOX Sicherheitsdienst
    Stand: 23.09.2026
    Quelle: Entgelttarifvertrag Sicherheitsdienstleistungen Berlin/Brandenburg vom 18.11.2025 (BDSW, allgemeinverbindlich), Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung; Zuschlagswerte als eigenes Rechenbeispiel. Bruttolöhne der Beschäftigten, keine Preise für Auftraggeber.

    Diese Zahlen sind Bruttolöhne der Beschäftigten. Sie sind kein Preis für Auftraggeber. Zwischen Lohn und Angebot liegen Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung bei Krankheit, Schulungen, Dienstkleidung, Einsatzleitung, Versicherung und der Gewinn des Unternehmens. Cesar Security beschreibt eine typische Kostenstruktur im Bewachungsgewerbe mit 65 Prozent Personalkosten, 25 Prozent Betriebskosten und 10 Prozent Marge. Die Lohnnebenkosten setzt der Anbieter mit rund 20 bis 25 Prozent des Bruttolohns an.

    SOX Sicherheitsdienst rechnet mit einem Faktor von rund 1,60 bis 1,94 zwischen tariflichem Stundenlohn und Stundensatz. Dieser Faktor stammt aus einer Modellrechnung für Baden-Württemberg. Er lässt sich als Plausibilitätsprüfung auf Berlin übertragen, ersetzt aber keine Kalkulation. Mit dem Berliner EG1-Lohn von 15,15 Euro ergibt der Faktor rechnerisch 24,24 bis 29,39 Euro pro Stunde für eine Tagstunde ohne Zuschläge. Das liegt im Bereich der Marktangaben von 25 bis 35 Euro. Für 2027 steigt der Tariflohn um 55 Cent. Diese Erhöhung ist vertraglich fest und wandert in die Angebote für das kommende Jahr.

    Gut zu wissen: Die Eingruppierung hängt an Ihrer Leistungsbeschreibung. Fordern Sie etwa eine bestimmte Fachqualifikation, muss der Dienstleister die höhere Entgeltgruppe zahlen. Das kann sinnvoll sein. Es sollte aber eine bewusste Entscheidung sein und kein Zufall aus einer kopierten Vorlage.

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    Preisfaktoren im Objektschutz: Zeiten, Qualifikation, Aufgaben, Objekt

    Der größte Hebel ist nicht der Stundensatz, sondern die Zahl der gebuchten Stunden. SOX Sicherheitsdienst rechnet vor: Zwei Stunden mehr oder weniger pro Nacht verändern den Umfang um rund 60 Stunden im Monat. Bei 28 bis 38 Euro sind das etwa 1.700 bis 2.300 Euro. Prüfen Sie deshalb, ob sich die Einsatzzeiten am tatsächlichen Risiko orientieren. Muss die Bewachung schon mit Schichtende beginnen oder erst, wenn niemand mehr im Betrieb ist? Wird samstags vormittags noch gearbeitet, sodass der Wochenenddienst später einsetzen kann?

    Einsatzzeiten und Zuschläge

    Der zweite Faktor ist die Lage der Stunden. Der Berliner Tarifvertrag sieht in Paragraf 6 drei Zuschläge vor. Für Nachtarbeit zwischen 22 und 6 Uhr gibt es 15 Prozent, für Sonntagsarbeit 25 Prozent, für Feiertagsarbeit 50 Prozent. Treffen Sonntag und Feiertag zusammen, gilt nur der höhere Zuschlag. Der Nachtzuschlag kommt dagegen hinzu. Eine Feiertagsnacht in Entgeltgruppe 1 kostet den Arbeitgeber so 25,00 Euro Bruttolohn statt 15,15 Euro, also 65 Prozent mehr. Die Infografik oben zeigt diese Stufen im Detail. Andere Bundesländer regeln das anders. In Baden-Württemberg beginnt die tarifliche Nacht laut SOX Sicherheitsdienst schon um 20 Uhr, und die Zuschläge liegen höher. Übertragen Sie Beispielrechnungen aus anderen Regionen deshalb nicht ungeprüft.

    Qualifikation und Zulagen

    Jede Wachperson braucht nach Paragraf 34a Absatz 1a Gewerbeordnung mindestens eine Unterrichtung. Nach Paragraf 6 der Bewachungsverordnung umfasst sie mindestens 40 Unterrichtsstunden zu je 45 Minuten, bei Sprachniveau B1. Für bestimmte Tätigkeiten verlangt das Gesetz zusätzlich die Sachkundeprüfung. Dazu gehören Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr, der Schutz vor Ladendieben und der Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken. Liegt Ihr Objekt in einem solchen Bereich, steigen Anforderungen und Preis. Der Tarifvertrag sieht außerdem Zulagen pro Stunde vor: 0,75 Euro für Team- oder Schichtleiter, 1,00 Euro für Objektleiter, 0,50 bis 2,00 Euro für Diensthundeführer und 2,50 Euro für Waffenträger. Für den Revierdienst kommen 0,65 Euro hinzu.

    Aufgaben und Objekt

    Je mehr eine Kraft neben der reinen Präsenz erledigt, desto höher die Anforderungen. Lkw-Abfertigung, Abgleich von Lieferpapieren, Ausgabe von Werksausweisen oder Besuchereinweisung verschieben einen Posten in Richtung Werkschutz. Dafür nennt SOX Sicherheitsdienst 32 bis 48 Euro pro Stunde statt 25 bis 35 Euro. Auch das Objekt selbst zählt. Ein leeres Bürogebäude mit guter Alarmanlage braucht etwas anderes als ein Lager mit leicht verkäuflicher Ware und einer Zufahrt ohne Tor. Mehrere Zufahrten, große Außenflächen oder fehlende Beleuchtung erhöhen den Bedarf an Rundgängen oder an einer zweiten Kraft. Eine zweite Kraft je Schicht verdoppelt die Personalkosten sofort.

    Beispielrechnungen: Nacht, Wochenende und Posten rund um die Uhr

    Für eigene Rechnungen brauchen Sie zuerst die Stundenzahl. SOX Sicherheitsdienst legt dafür einen Durchschnittsmonat mit 30,4 Tagen, 21,7 Werktagen und 4,35 Wochen zugrunde. Ein Posten rund um die Uhr kommt so auf etwa 730 Stunden. Jede Nacht von 20 bis 6 Uhr ergibt etwa 304 Stunden, jede Nacht von 18 bis 6 Uhr etwa 365 Stunden. Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr sind es etwa 217 Stunden. Das Wochenende von Samstag 6 Uhr bis Montag 6 Uhr umfasst etwa 209 Stunden. Multipliziert mit den Marktangaben ergeben sich die folgenden Rechenbeispiele.

    Einsatzmodell (1 Kraft)Stunden pro MonatSatz netto je StundeRechenbeispiel netto pro Monat
    Pforte Montag bis Freitag, 7 bis 17 Uhrca. 21725–35 €ca. 5.425–7.595 €
    Jede Nacht, 20 bis 6 Uhrca. 30428–38 €ca. 8.512–11.552 €
    Wochenende, Samstag 6 Uhr bis Montag 6 Uhrca. 20928–38 €ca. 5.852–7.942 €
    Posten rund um die Uhr, 7 Tageca. 73028–38 €ca. 20.440–27.740 €

    Stunden und Sätze stammen von SOX Sicherheitsdienst, die Multiplikation ist ein eigenes Rechenbeispiel ohne Anfahrt und ohne Feiertagsbereinigung. Die Ergebnisse passen zu anderen Marktangaben. Security.de und Cesar Security nennen für eine Nachtbewachung an sieben Nächten mit je zehn Stunden 8.000 bis 12.000 Euro im Monat. Für den Dauerposten nennt SOX Sicherheitsdienst selbst ca. 20.000 bis 28.000 Euro.

    Rechenbeispiel Nachtbewachung

    Ein Lager soll jede Nacht bewacht werden, sobald der Betrieb schließt. Bei zehn Stunden pro Nacht fallen rund 304 Stunden an. Mit 28 bis 38 Euro ergibt das 8.512 bis 11.552 Euro netto im Monat. In Berlin gelten tariflich nur die Stunden zwischen 22 und 6 Uhr als Nachtarbeit. Die ersten zwei Stunden einer Schicht ab 20 Uhr werden also ohne Nachtzuschlag bezahlt. Verkürzen Sie die Schicht auf 22 bis 6 Uhr, bleiben etwa 243 Stunden. Der Monatsbetrag sinkt dann auf rund 6.804 bis 9.234 Euro. Ob das ausreicht, hängt davon ab, wann Ihr Gelände tatsächlich leer ist.

    Rechenbeispiel Wochenende

    Viele Betriebe brauchen Schutz nur dann, wenn niemand da ist. Für das Wochenende von Samstag 6 Uhr bis Montag 6 Uhr ergeben sich 209 Stunden und damit 5.852 bis 7.942 Euro netto im Monat. Kombinieren Sie das mit werktäglichen Nächten von 18 bis 6 Uhr, kommt SOX Sicherheitsdienst auf 469 Stunden und rund 13.100 bis 17.800 Euro im Monat.

    Rechenbeispiel Posten rund um die Uhr

    Ein Dauerposten arbeitet zwangsläufig nachts, sonntags und an Feiertagen. Auf Lohnebene lässt sich das für Berlin nachrechnen. Ein Drittel der Stunden fällt in die Nacht von 22 bis 6 Uhr, das bringt gewichtet 5,0 Prozent Aufschlag. Einer von sieben Tagen ist ein Sonntag, das bringt gewichtet rund 3,6 Prozent. Ohne Feiertage steigt der durchschnittliche EG1-Lohn damit von 15,15 Euro auf rund 16,45 Euro brutto pro Stunde. Auf 730 Stunden sind das rund 12.007 Euro reiner Bruttolohn im Monat, ohne jeden Arbeitgeberanteil. Mit dem Faktor 1,60 bis 1,94 aus der SOX-Modellrechnung ergibt sich ein Mischsatz von rund 26,32 bis 31,91 Euro pro Stunde. Das entspricht etwa 19.200 bis 23.300 Euro im Monat, Feiertage kommen noch hinzu.

    Hinter einem Dauerposten steht zudem mehr als eine Person. Eine Vollzeitkraft deckt bei 173 bezahlten Stunden im Monat knapp ein Viertel der 730 Stunden ab. Rechnerisch sind das 4,2 Vollzeitstellen. Zieht man Urlaub, Krankheit und Schulungen mit 15 bis 20 Prozent ab, teilen sich laut SOX Sicherheitsdienst etwa fünf Personen den Posten. Fragen Sie deshalb, wie viele Kräfte fest für Ihr Objekt eingeplant sind und wer bei kurzfristigem Ausfall einspringt.

    Tipp: Schreiben Sie in Ihre Anfrage die exakten Einsatzfenster je Wochentag. Nur dann können Anbieter Nacht-, Sonn- und Feiertagsstunden sauber kalkulieren, und Sie vergleichen gleiche Stundenzahlen statt unterschiedlicher Annahmen.

    Posten, Revierdienst oder Technik: was sich wann rechnet

    Nicht jedes Objekt braucht eine Kraft, die die ganze Nacht vor Ort ist. Beim Revierdienst zahlen Sie je Kontrolle, weil sich mehrere Kunden die Fahrzeit teilen. SOX Sicherheitsdienst nennt 25 bis 45 Euro je Kontrolle mit Anfahrt und kurzem Rundgang. Bei einer Kontrolle pro Nacht sind das etwa 700 bis 1.400 Euro im Monat. Mit zwei Kontrollen pro Nacht, einer aufgeschalteten Alarmanlage und einem Alarmeinsatz im Monat rechnet der Anbieter mit rund 1.600 bis 2.900 Euro im Monat. Dazu kommen einmalig 50 bis 600 Euro für die Einrichtung der Aufschaltung. Die laufende Aufschaltung selbst kostet nach denselben Angaben 20 bis 60 Euro im Monat, eine Alarmverfolgung 50 bis 100 Euro je Einsatz. Security.de nennt für Fernüberwachung mit Intervention Beträge ab 300 Euro im Monat.

    Zwischen einem Revierdienst und einem Dauerposten liegt grob eine Größenordnung. Der Preisunterschied hat einen Grund: Zwischen zwei Kontrollen ist niemand auf dem Gelände, und nach einem Alarm vergeht Fahrzeit bis zum Eintreffen. Welche Form genügt, hängt davon ab, was im ungünstigsten Fall passieren kann. Was nach dem Auslösen einer Anlage konkret geschieht, erklärt der Ratgeber zum Interventionsdienst. Die Unterschiede zwischen Streifen- und Revierdienst behandelt ein eigener Beitrag.

    Kosten im Verhältnis zum Schaden

    Für die Abwägung hilft ein Blick auf die Schadenszahlen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik Berlin 2025 weist 502.743 Straftaten aus, 6,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Diebstahl insgesamt sank auf 203.061 Fälle, die Aufklärungsquote bei Diebstahl lag bei 21,1 Prozent. Der durchschnittliche Schaden je Büro- und Betriebseinbruch stieg dagegen von 5.049 Euro im Jahr 2024 auf 6.651 Euro im Jahr 2025. Bei Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen lag er 2025 bei 1.304 Euro je Fall, beim Diebstahl ganzer Kraftwagen bei 23.682 Euro. Die Zahl vorsätzlicher Brandstiftungen stieg von 763 auf 855. Die Sachbeschädigungen gingen von 47.040 auf 44.693 Fälle zurück.

    Diese Durchschnittswerte ersetzen keine Risikoanalyse für Ihr Objekt. Sie zeigen aber die Spannweite. Ein einzelner Betriebseinbruch liegt im Mittel über dem, was ein Revierdienst mit einer Kontrolle pro Nacht in mehreren Monaten kostet. Ein Dauerposten wiederum rechnet sich eher dort, wo Zutritt kontrolliert, Lieferungen abgefertigt oder hohe Warenwerte geschützt werden müssen. Häufig ist eine Kombination sinnvoll: Personal zu den kritischen Zeiten, Technik und Revierdienst für den Rest. Welche Mischung zu Ihrem Gelände passt, klären Sie am besten in einer Begehung. BPS Protect steht für den Objektschutz in Berlin und Brandenburg als Ansprechpartner zur Verfügung.

    Angebote prüfen: Plausibilität, Pflichten und Steuer

    Mit dem Tariflohn als Untergrenze können Sie jedes Angebot auf Plausibilität prüfen. Security.de rät, Angebote unter 24 Euro pro Stunde kritisch zu hinterfragen. Cesar Security nennt einen Satz unter 24 Euro ein Warnsignal, weil sich Tariflohn, Lohnnebenkosten, Betriebskosten und Marge damit kaum darstellen lassen. Für Berlin gilt das umso mehr: Schon die Modellrechnung mit dem niedrigsten SOX-Faktor führt bei 15,15 Euro Tariflohn zu gut 24 Euro für eine Tagstunde. Ein deutlich niedrigerer Satz spricht dafür, dass an Ausfallzeiten, Schulung oder Vertretung gespart wird.

    Rechtliche Mindestanforderungen

    Prüfen Sie neben dem Preis die gesetzlichen Pflichten. Wer gewerblich bewacht, braucht eine Erlaubnis nach Paragraf 34a Gewerbeordnung. Sie setzt unter anderem Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse, eine Sachkundeprüfung der Leitung und eine Haftpflichtversicherung voraus. Die Mindestsummen stehen in Paragraf 14 der Bewachungsverordnung: 1.000.000 Euro für Personenschäden, 250.000 Euro für Sachschäden, 15.000 Euro für das Abhandenkommen bewachter Sachen und 12.500 Euro für reine Vermögensschäden, jeweils je Schadensereignis. Jede Wachperson ist im Bewacherregister beim Statistischen Bundesamt erfasst. Nach Paragraf 18 der Bewachungsverordnung trägt sie vor dem ersten Einsatz einen Dienstausweis mit der Bewacher-ID von Person und Unternehmen. Wie Sie die Bewacher-ID im Bewacherregister einordnen, lesen Sie in einem eigenen Ratgeber.

    Als fachlicher Maßstab für die Dienstleistungsqualität dient die DIN 77200-1 in der Ausgabe vom Oktober 2022. Sie beschreibt allgemeine Anforderungen an Sicherheitsdienstleister und ersetzt die Fassung von 2017. Für größere Vergaben empfiehlt sich ein sauberes Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung, das Einsatzzeiten, Aufgaben und geforderte Qualifikation eindeutig festlegt. Nur so werden Angebote vergleichbar.

    Steuerliche Behandlung

    Für Unternehmen sind die Kosten des Objektschutzes in der Regel Betriebsausgaben. Paragraf 4 Absatz 4 Einkommensteuergesetz definiert Betriebsausgaben als Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Die Bewachung betrieblicher Gebäude, Lager oder Baustellen fällt typischerweise darunter. Denken Sie beim Budget daran, dass alle Marktangaben netto gelten. Auf den Rechnungsbetrag kommt die Umsatzsteuer. Ob Sie diese als Vorsteuer abziehen können, hängt von Ihrem Unternehmen ab. Im Einzelfall klärt das Ihre Steuerberatung.

    Quellen

    • Entgelttarifvertrag für Sicherheitsdienstleistungen in Berlin und Brandenburg vom 18.11.2025, Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW), allgemeinverbindlich
    • Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung Berlin, Pressemitteilung vom 22.07.2026
    • Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung
    • Gewerbeordnung (§ 34a, § 11b) und Bewachungsverordnung (§ 6, § 14, § 18), Bundesministerium der Justiz
    • Einkommensteuergesetz (§ 4 Abs. 4), Bundesministerium der Justiz
    • DIN 77200-1:2022-10, DIN Media
    • Polizei Berlin, Polizeiliche Kriminalstatistik Berlin 2025, Kurzbericht
    • SOX Sicherheitsdienst, Objektschutz Kosten: Preise und Beispielrechnungen (2026)
    • security.de (CIBORIUS), Sicherheitsdienst Kosten 2026
    • Cesar Security, Was kostet ein Sicherheitsdienst 2026? Preise Hamburg
    • Kulig Security, Was kostet ein Sicherheitsdienst? (2026)

    Häufige Fragen

    Was kostet Objektschutz pro Stunde?

    Marktübersichten nennen 2026 rund 25 bis 35 Euro netto pro Stunde für Objektschutz am Tag. Nachts, am Wochenende oder als Mischsatz rund um die Uhr gibt SOX Sicherheitsdienst 28 bis 38 Euro an, jeweils je eingesetzter Kraft.

    Was kostet ein Posten rund um die Uhr im Monat?

    Ein Dauerposten umfasst etwa 730 Stunden im Monat. SOX Sicherheitsdienst nennt dafür ca. 20.000 bis 28.000 Euro netto, security.de 15.000 bis 25.000 Euro. Eine zweite Kraft je Schicht verdoppelt den Betrag.

    Wie viele Mitarbeiter braucht ein 24/7-Posten?

    Bei 173 bezahlten Stunden je Vollzeitkraft sind rechnerisch 4,2 Vollzeitstellen nötig. Nach Abzug von Urlaub, Krankheit und Schulungen teilen sich laut SOX Sicherheitsdienst etwa fünf Personen einen ständig besetzten Posten.

    Warum sind Nacht- und Wochenendstunden teurer?

    Der Tarifvertrag Berlin/Brandenburg schreibt Zuschläge vor: 15 Prozent für Nachtarbeit von 22 bis 6 Uhr, 25 Prozent sonntags und 50 Prozent an Feiertagen. Der Nachtzuschlag kommt zu Sonn- und Feiertagszuschlag hinzu.

    Ab welchem Stundensatz sollte ich ein Angebot kritisch prüfen?

    Security.de und Cesar Security raten, Angebote unter 24 Euro netto pro Stunde kritisch zu hinterfragen. Bei einem Tariflohn von mindestens 15,15 Euro in Berlin lassen sich Nebenkosten, Vertretung und Marge darunter kaum decken.

    Sind Kosten für Objektschutz Betriebsausgaben?

    In der Regel ja. Nach Paragraf 4 Absatz 4 Einkommensteuergesetz sind Betriebsausgaben alle Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Die Bewachung betrieblicher Objekte fällt typischerweise darunter. Details klärt Ihre Steuerberatung.

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