Kriminalstatistik Frankfurt 2025: Einbruch in Gewerbe und Baustellen
Einbruch in Frankfurt am Main betrifft 2025 vor allem Gewerbe, Keller und Wohnungen. Das Polizeipräsidium Frankfurt zählte 1.535 gewerbliche Einbruchdiebstähle in Büros, Läden, Banken, Hotels und Gaststätten und klärte davon 38,6 % auf. Bei Einbrüchen in Büro-, Werkstatt- und Lagerräume waren es 749 Fälle mit einer Aufklärungsquote von 30,7 %, deutlich über dem Bundeswert von 20,1 %. Gleichzeitig stieg der Wohnungseinbruch gegenüber 2024 rechnerisch um 26,6 % auf 1.333 Fälle, und die Sachbeschädigung erreichte mit 7.401 Fällen den höchsten Stand seit 2019.
Für Frankfurt am Main ist die Datenlage besser als für die meisten anderen Großstädte. Das Polizeipräsidium veröffentlicht neben einem Jahrbuch eine vollständige Grundtabelle aller Straftaten, und das Gebiet des Präsidiums entspricht dem Stadtgebiet. Wir haben beide Dokumente für 2025 ausgewertet und mit den Städtetabellen des Bundeskriminalamts für 2019 bis 2025 kombiniert. Veränderungen in Prozent sind eigene Berechnungen.
Kriminalstatistik Frankfurt 2025 im Überblick
Insgesamt erfasste die Polizei in Frankfurt am Main 2025 genau 113.603 Straftaten. Das sind 336 Fälle mehr als im Vorjahr, rechnerisch ein Plus von 0,3 %. Das Polizeipräsidium spricht von einem nahezu identischen Niveau. Die Aufklärungsquote lag bei 62,5 % und damit erneut über der Marke von 60 %, aber 1,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahr.
Gemessen an der Einwohnerzahl hat Frankfurt mit 15.026,4 Straftaten je 100.000 Einwohner den höchsten Wert unter 16 deutschen Großstädten. Warum dieser Wert nur bedingt etwas über das Risiko für Ihr Objekt aussagt, erklären wir weiter unten.
Die folgende Tabelle zeigt die Kennzahlen 2025 für die Delikte, die für Gewerbeimmobilien besonders wichtig sind. Die Werte zu Objektarten stammen aus der Grundtabelle des Polizeipräsidiums.
Delikt, Frankfurt am Main 2025
Fälle
Aufklärung
Aufklärung Bund
Gewerblicher Einbruchdiebstahl (Abgrenzung des Präsidiums)
1.535
38,6 %
–
Schwerer Diebstahl aus Büro-, Werkstatt- und Lagerräumen
749
30,7 %
20,1 %
Schwerer Diebstahl aus Gaststätten und Hotels
319
34,5 %
27,4 %
Schwerer Diebstahl aus Rohbauten und Baustellen
197
6,1 %
11,3 %
Schwerer Diebstahl aus Kellern und Dachböden
1.134
6,3 %
8,4 %
Wohnungseinbruch
1.333
11,9 %
14,1 %
Sachbeschädigung
7.401
22,4 %
24,3 %
Gewerblicher Einbruch: 1.535 Fälle
Das Frankfurter Jahrbuch weist den gewerblichen Einbruchdiebstahl als eigene Kategorie aus. Das Präsidium versteht darunter Einbrüche in Gewerbeobjekte wie Bankgebäude, Büros, Ladengeschäfte sowie Hotels und Gaststätten. 2025 waren es 1.535 Fälle. Die Aufklärungsquote lag bei 38,6 %.
Diese Kategorie ist eine eigene Abgrenzung der Frankfurter Polizei. Sie ist weiter gefasst als der bundesweite Schlüssel für Büro-, Werkstatt- und Lagerräume und lässt sich deshalb nicht direkt mit Bundeszahlen vergleichen. Für den Vergleich mit anderen Städten und dem Bund eignet sich der schwere Diebstahl aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt- und Lagerräumen besser. Hier erfasste die Polizei 2025 in Frankfurt 749 Fälle.
Daneben weist die Grundtabelle 626 einfache Diebstähle aus Dienst-, Büro- und Lagerräumen aus, also Taten ohne Einbruch, etwa durch offene Türen, unverschlossene Lager oder während der Geschäftszeiten. Außerdem enthält sie eine eigene Summenzeile mit 1.618 Diebstählen aus diesen Räumen. Diese Summe ist ein eigener Wert der Tabelle und darf nicht zusätzlich zu den Einzelzeilen addiert werden. Für Unternehmen ist die Zahl der einfachen Diebstähle ein wichtiger Hinweis: Zutrittskontrolle am Tag ist genauso relevant wie die Sicherung in der Nacht.
Büro, Gaststätte, Baustelle, Keller: die Objektarten im Vergleich
Die Grundtabelle des Polizeipräsidiums schlüsselt den schweren Diebstahl nach Objektarten auf. Die meisten Fälle betreffen Keller und Dachböden mit 1.134 Fällen, gefolgt von Büro-, Werkstatt- und Lagerräumen mit 749 Fällen. Bei Gaststätten und Hotels waren es 319 Fälle, bei Rohbauten und Baustellen 197.
Schwerer Diebstahl in Frankfurt 2025 nach Objektart
Diebstahl unter erschwerenden Umständen im Stadtgebiet Frankfurt am Main, inklusive Versuche.
Fälle 2025 (schwerer Diebstahl)
Büro und Lager
749 Fälle
Gaststätte und Hotel
319 Fälle
Baustelle
197 Fälle
Keller und Dachboden
1.134 Fälle
Quelle: Polizeipräsidium Frankfurt am Main, PKS 2025, Grundtabelle Straftaten (S. 5–10)
Zum Vergleich: In ganz Hessen erfasste die Polizei 2025 insgesamt 3.539 Einbrüche in Büro-, Werkstatt- und Lagerräume, 1.029 bei Gaststätten und Hotels und 4.090 bei Kellern und Dachböden. Frankfurt trägt damit einen großen Teil der hessischen Fälle.
Bei Gaststätten und Hotels ist neben dem Einbruch auch der einfache Diebstahl verbreitet. Insgesamt zählte die Polizei 1.015 Diebstähle aus Gaststätten und Hotels. Für Betreiber in der Innenstadt, am Flughafen oder rund um die Messe ist das ein Hinweis darauf, dass Kassenbereiche, Lager und Personalräume auch während des Betriebs geschützt sein sollten.
Für Hotels, Gastronomie und Veranstaltungsflächen kommt in Frankfurt eine Besonderheit hinzu: Messen, Kongresse und große Veranstaltungen bringen viele Menschen in kurzer Zeit in die Stadt. In diesen Phasen sind Lieferzonen, Lager und Hintereingänge stärker frequentiert, Personal wechselt häufiger, und unbekannte Gesichter fallen weniger auf. Ein Schutzkonzept, das im Alltag genügt, sollte für solche Spitzenzeiten deshalb überprüft und gegebenenfalls um zusätzliche Kontrollen ergänzt werden.
Baustellen: wenig Fälle, kaum Aufklärung
Auf Baustellen erfasste die Polizei in Frankfurt 2025 insgesamt 407 Diebstähle aus Neu- und Rohbauten. Davon waren 197 schwere Diebstähle, also mit Einbruch in Container, Rohbauten oder abgeschlossene Bereiche. Die Fallzahl ist im Vergleich zu Kellern oder Wohnungen klein. Auffällig ist aber die Aufklärungsquote: Nur 7,6 % aller Baustellendiebstähle und 6,1 % der schweren Fälle wurden aufgeklärt.
Bundesweit liegt die Quote beim schweren Diebstahl auf Baustellen bei 11,3 %, in Hessen bei 7,6 %. In Frankfurt wird also nur etwa jeder sechzehnte schwere Baustellendiebstahl aufgeklärt. Wer in Frankfurt baut, kann kaum darauf hoffen, gestohlenes Werkzeug oder Material zurückzubekommen. Schutz entsteht durch Vorbeugung: gesicherte Container, eine Umzäunung, Beleuchtung und eine Bewachung in den Bauphasen, in denen wertvolles Material auf dem Gelände liegt. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zum Baustellenschutz in Frankfurt am Main.
Wohnungseinbruch und Sachbeschädigung seit 2019
Für längere Zeiträume liefern die Städtetabellen des Bundeskriminalamts Fallzahlen seit 2019. Zwei Entwicklungen fallen in Frankfurt besonders auf.
Der Wohnungseinbruch sank in der Pandemie auf 702 Fälle im Jahr 2022 und ist seitdem stark gestiegen. 2025 erfasste die Polizei 1.333 Fälle, rechnerisch 26,6 % mehr als 2024 und 24,3 % mehr als 2019. Der Tageswohnungseinbruch zwischen 6 und 21 Uhr stieg seit 2019 sogar um 36,3 % auf 514 Fälle. Je 100.000 Einwohner kommen 176,3 Wohnungseinbrüche, bundesweit 99,2.
Die Sachbeschädigung erreichte 2025 mit 7.401 Fällen den höchsten Wert der Zeitreihe. Gegenüber 2024 ist das rechnerisch ein Plus von 11,0 %, gegenüber 2019 von 14,2 %. Graffiti blieb dagegen mit 1.118 Fällen fast auf dem Niveau von 2019.
Frankfurt: Sachbeschädigung und Wohnungseinbruch 2019 bis 2025
Erfasste Fälle im Stadtgebiet inklusive Versuche. Zwei Achsen wegen der unterschiedlichen Größenordnung.
Sachbeschädigung (linke Achse)
Wohnungseinbruch (rechte Achse)
2019
6.478 Fälle
1.072 Fälle
2020
5.953 Fälle
1.041 Fälle
2021
6.482 Fälle
723 Fälle
2022
6.296 Fälle
702 Fälle
2023
7.041 Fälle
792 Fälle
2024
6.670 Fälle
1.053 Fälle
2025
7.401 Fälle
1.333 Fälle
Quelle: BKA, PKS 2019–2025, Tabelle 01 Städte ab 100.000 Einwohnern, Frankfurt am Main
Der schwere Diebstahl insgesamt, also alle Einbruchs- und vergleichbaren Diebstahlsdelikte zusammen, ist mit 12.356 Fällen nahezu stabil. Gegenüber 2019 liegt er rechnerisch 2,4 % niedriger. Je 100.000 Einwohner sind es 1.634,3 Fälle, das liegt im Mittelfeld der 16 Großstädte.
Ein Delikt, das in Rankings selten auftaucht, für Eigentümer aber teuer werden kann, ist die Brandstiftung. In Frankfurt erfasste die Polizei 2025 genau 196 Fälle, aufgeklärt wurden 35,7 %. Gefährdet sind vor allem leerstehende Gebäude, Müllstandplätze an Fassaden und Baustellen mit brennbarem Material. Ein Brand trifft neben dem Gebäude oft auch Nachbarobjekte und legt den Betrieb über Wochen lahm. Verschlossene Müllräume, aufgeräumte Außenflächen und Kontrollen bei Leerstand sind einfache Gegenmaßnahmen.
Aufklärungsquoten: Frankfurt über dem Bundesschnitt
Bei Gewerbeobjekten schneidet Frankfurt bei der Aufklärung besser ab als der Bund. Beim schweren Diebstahl aus Büro-, Werkstatt- und Lagerräumen lag die Quote bei 30,7 %, bundesweit bei 20,1 % und in Hessen bei 23,9 %. Bei Gaststätten und Hotels waren es 34,5 % gegenüber 27,4 % im Bund. Beim gewerblichen Einbruchdiebstahl nach Frankfurter Abgrenzung lag sie bei 38,6 %.
Aufklärungsquote in Frankfurt 2025 nach Objektart
Schwerer Diebstahl je Objektart. Für den gewerblichen Einbruchdiebstahl, eine eigene Abgrenzung des Präsidiums, gibt es keinen Bundeswert.
Frankfurt am Main
Deutschland
Büro und Lager
30,7 %
20,1 %
Gaststätte und Hotel
34,5 %
27,4 %
Baustelle
6,1 %
11,3 %
Keller und Dachboden
6,3 %
8,4 %
Gewerblicher Einbruch (GED)
38,6 %
Quelle: Polizeipräsidium Frankfurt am Main, PKS 2025, Grundtabelle Straftaten (S. 5–10); Polizeipräsidium Frankfurt am Main, PKS-Jahrbuch 2025, S. 35; Bund: BKA, PKS 2025, Tabelle 01 Zeitreihe Bund
Bei Kellern und Baustellen sieht es anders aus. Hier liegt Frankfurt mit 6,3 % und 6,1 % unter dem Bundeswert. Diese Objekte werden selten kontrolliert, Taten fallen spät auf, und Spuren gibt es wenige. Gerade dort lohnt sich deshalb Prävention am meisten.
Gut zu wissen
Die Aufklärungsquote der Gesamtstatistik wird in Frankfurt auch von Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Todesermittlungen beeinflusst, wie das Polizeipräsidium im Jahrbuch erläutert. Für Ihre Risikobewertung sind deshalb die Quoten der einzelnen Delikte aussagekräftiger als die Gesamtquote von 62,5 %.
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Wählen Sie eine Objektart: Büro und Lager, Gaststätte und Hotel, Baustelle oder Keller und Dachboden. Die Grafik zeigt die Fallzahlen 2025 in Frankfurt, die Aufklärungsquote im Vergleich zu Hessen und dem Bund sowie die Fallzahlen in Hessen und bundesweit. Fahren Sie über einen Wert oder tippen Sie ihn an, um Zahl und Quelle zu sehen.
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Objektart-Wähler: Frankfurt am Main 2025
Wählen Sie eine Objektart. Sie sehen Fallzahl und Aufklärungsquote 2025 sowie Hessen und den Bund zum Vergleich.
1.535
gewerbliche Einbrüche
Frankfurt am Main 2025
113.603
Straftaten 2025
Stadtgebiet
7.401
Sachbeschädigungen 2025
Stadtgebiet
Ansicht:
Büro und Lager: Frankfurt am Main 2025
Fallzahlen und Aufklärung aus der Grundtabelle des Polizeipräsidiums, dazu Hessen und Bund zum Vergleich.
749
schwere Diebstähle 2025
1.618
Diebstähle insgesamt (Summenzeile)
30,7 %
aufgeklärt (schwer)
Aufklärungsquote im Vergleich
Schwerer Diebstahl, 2025.
Frankfurt am Main
30,7 %
Hessen
23,9 %
Deutschland
20,1 %
Zum Vergleich: Fallzahlen Hessen und Bund
Schwerer Diebstahl, 2025.
3.539
Fälle in Hessen 2025
48.617
Fälle bundesweit 2025
Quellen: Polizeipräsidium Frankfurt am Main, PKS 2025, Grundtabelle Straftaten (S. 5–10); BKA, PKS 2019–2025, Tabelle 01 Länder; BKA, PKS 2025, Tabelle 01 Zeitreihe Bund. Frankfurter Schlüssel und Bundesschlüssel sind inhaltlich gleich abgegrenzt, stammen aber aus verschiedenen Tabellen.
Gaststätte und Hotel: Frankfurt am Main 2025
Fallzahlen und Aufklärung aus der Grundtabelle des Polizeipräsidiums, dazu Hessen und Bund zum Vergleich.
319
schwere Diebstähle 2025
1.015
Diebstähle insgesamt (Summenzeile)
34,5 %
aufgeklärt (schwer)
Aufklärungsquote im Vergleich
Schwerer Diebstahl, 2025.
Frankfurt am Main
34,5 %
Hessen
30,7 %
Deutschland
27,4 %
Zum Vergleich: Fallzahlen Hessen und Bund
Schwerer Diebstahl, 2025.
1.029
Fälle in Hessen 2025
11.117
Fälle bundesweit 2025
Quellen: Polizeipräsidium Frankfurt am Main, PKS 2025, Grundtabelle Straftaten (S. 5–10); BKA, PKS 2019–2025, Tabelle 01 Länder; BKA, PKS 2025, Tabelle 01 Zeitreihe Bund. Frankfurter Schlüssel und Bundesschlüssel sind inhaltlich gleich abgegrenzt, stammen aber aus verschiedenen Tabellen.
Baustelle: Frankfurt am Main 2025
Fallzahlen und Aufklärung aus der Grundtabelle des Polizeipräsidiums, dazu Hessen und Bund zum Vergleich.
197
schwere Diebstähle 2025
407
Diebstähle insgesamt (Summenzeile)
6,1 %
aufgeklärt (schwer)
Aufklärungsquote im Vergleich
Schwerer Diebstahl, 2025.
Frankfurt am Main
6,1 %
Hessen
7,6 %
Deutschland
11,3 %
Zum Vergleich: Fallzahlen Hessen und Bund
Schwerer Diebstahl, 2025.
733
Fälle in Hessen 2025
10.951
Fälle bundesweit 2025
Quellen: Polizeipräsidium Frankfurt am Main, PKS 2025, Grundtabelle Straftaten (S. 5–10); BKA, PKS 2019–2025, Tabelle 01 Länder; BKA, PKS 2025, Tabelle 01 Zeitreihe Bund. Frankfurter Schlüssel und Bundesschlüssel sind inhaltlich gleich abgegrenzt, stammen aber aus verschiedenen Tabellen.
Keller und Dachboden: Frankfurt am Main 2025
Fallzahlen und Aufklärung aus der Grundtabelle des Polizeipräsidiums, dazu Hessen und Bund zum Vergleich.
1.134
schwere Diebstähle 2025
1.694
Diebstähle insgesamt (Summenzeile)
6,3 %
aufgeklärt (schwer)
Aufklärungsquote im Vergleich
Schwerer Diebstahl, 2025.
Frankfurt am Main
6,3 %
Hessen
10,6 %
Deutschland
8,4 %
Zum Vergleich: Fallzahlen Hessen und Bund
Schwerer Diebstahl, 2025.
4.090
Fälle in Hessen 2025
82.791
Fälle bundesweit 2025
Quellen: Polizeipräsidium Frankfurt am Main, PKS 2025, Grundtabelle Straftaten (S. 5–10); BKA, PKS 2019–2025, Tabelle 01 Länder; BKA, PKS 2025, Tabelle 01 Zeitreihe Bund. Frankfurter Schlüssel und Bundesschlüssel sind inhaltlich gleich abgegrenzt, stammen aber aus verschiedenen Tabellen.
Frankfurt am Main führt seit Jahren viele Ranglisten der „gefährlichsten Städte“ an. Für eine sachliche Bewertung sollten Sie die Gründe kennen.
Pendler und Besucher: Die Häufigkeitszahl teilt die Fälle durch die Einwohner. Frankfurt hat als Finanzplatz, Messestadt und Verkehrsknoten mit Hauptbahnhof und Flughafen täglich sehr viele Menschen in der Stadt, die dort nicht wohnen. Taten, die sie begehen oder erleiden, erhöhen den Wert.
Tatortprinzip: Gezählt wird am Ort der Tat. Der Flughafen liegt im Stadtgebiet, Taten dort werden deshalb Frankfurt zugerechnet.
Kontrolldelikte: Bei Rauschgiftdelikten oder dem Erschleichen von Leistungen hängt die Fallzahl stark davon ab, wie intensiv die Polizei kontrolliert. Mehr Kontrolle bedeutet mehr erfasste Fälle.
Zensus-Bruch: Die Häufigkeitszahlen 2025 beruhen auf dem Zensus 2022 und sind nur eingeschränkt mit früheren Jahren vergleichbar.
Für Gewerbeobjekte zählt deshalb weniger der Gesamtwert als die Lage beim Einbruch, beim Diebstahl und bei der Sachbeschädigung. Und hier zeigt sich ein gemischtes Bild: viele Fälle bei Kellern und Wohnungen, eine stark steigende Sachbeschädigung, aber vergleichsweise gute Aufklärungsquoten bei Büros, Lagern und Gaststätten.
Das Land Hessen setzt in den Innenstädten seiner großen Städte nach eigenen Angaben auf mehr Polizeipräsenz, Waffenverbotszonen und den Ausbau von Videoschutzanlagen. Diese Maßnahmen betreffen vor allem den öffentlichen Raum. Für den Schutz von Firmengebäuden, Lagern und Baustellen bleiben Eigentümer und Betreiber selbst verantwortlich.
Was Unternehmen in Frankfurt tun können
Aus den Frankfurter Zahlen lassen sich konkrete Prioritäten ableiten:
Zutritt am Tag kontrollieren. Neben 749 Einbrüchen erfasste die Polizei 626 Diebstähle aus Büro- und Diensträumen ohne Einbruch. Empfang, Zutrittskontrolle und verschlossene Nebeneingänge sind deshalb genauso wichtig wie die Nachtsicherung.
Nachts mechanisch sichern und alarmieren. Einbruchhemmende Türen und Fenster halten Täter auf, eine Einbruchmeldeanlage meldet den Angriff, und eine schnelle Intervention unterbricht ihn.
Keller und Nebenräume einbeziehen. Keller und Dachböden haben in Frankfurt die meisten schweren Diebstähle und eine Aufklärungsquote von nur 6,3 %.
Baustellen gezielt schützen. Nur etwa jeder sechzehnte schwere Baustellendiebstahl wird aufgeklärt. Bewachung in den kritischen Bauphasen ist oft günstiger als der Verlust.
Außenflächen im Blick behalten. Die Sachbeschädigung ist auf dem höchsten Stand seit 2019. Beleuchtung, Videotechnik und Kontrollgänge senken das Risiko.
Tipp
Die Polizeiliche Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main berät kostenlos und unverbindlich zum Schutz vor Diebstahl und Einbruch, auch zu Einbruch- und Überfallmeldeanlagen. Nutzen Sie die Beratung als Grundlage und ergänzen Sie sie um eine Analyse der Zeiten, in denen Ihr Objekt unbesetzt ist.
Die Frankfurter Grundtabelle ist sehr detailliert. Sie eignet sich deshalb gut als Grundlage für eine Risikoanalyse, ein Sicherheitskonzept oder ein Gespräch mit Ihrem Versicherer. Damit Sie die Zahlen korrekt verwenden, sollten Sie vier Besonderheiten kennen.
Gebiet: Das Polizeipräsidium Frankfurt am Main ist nur für das Stadtgebiet zuständig. Anders als etwa in Köln oder München gelten seine Zahlen deshalb genau für die Stadt und passen zur Städtetabelle des Bundeskriminalamts.
Summenzeilen: Die Tabelle enthält eigene Summen, etwa für alle Diebstähle aus Dienst- und Büroräumen oder aus Rohbauten und Baustellen. Diese Summen dürfen Sie nicht zusätzlich zu den Einzelzeilen für einfachen und schweren Diebstahl addieren, sonst zählen Sie Fälle doppelt.
Eigene Kategorien: Der gewerbliche Einbruchdiebstahl ist eine Abgrenzung des Präsidiums. Er umfasst auch Läden, Banken und Hotels und ist deshalb nicht mit dem bundesweiten Schlüssel für Büro-, Werkstatt- und Lagerräume gleichzusetzen.
Hellfeld: Wie jede Kriminalstatistik zählt auch die Frankfurter Statistik nur Taten, die der Polizei bekannt werden. Gerade bei kleineren Diebstählen aus Kellern oder von Baustellen wird nicht jede Tat angezeigt.
Häufige Fragen zur Kriminalstatistik Frankfurt
Wie viele Straftaten gab es 2025 in Frankfurt am Main?
Das Polizeipräsidium Frankfurt am Main erfasste 2025 insgesamt 113.603 Straftaten, 336 mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag bei 62,5 %. Je 100.000 Einwohner sind es 15.026,4 Straftaten.
Wie viele Einbrüche in Gewerbe gab es 2025 in Frankfurt?
Das Jahrbuch nennt 1.535 gewerbliche Einbruchdiebstähle in Büros, Läden, Banken, Hotels und Gaststätten. Beim enger gefassten schweren Diebstahl aus Büro-, Werkstatt- und Lagerräumen waren es 749 Fälle.
Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei Einbrüchen in Frankfurt?
Beim gewerblichen Einbruch lag sie 2025 bei 38,6 %, bei Büro-, Werkstatt- und Lagerräumen bei 30,7 % und beim Wohnungseinbruch bei 11,9 %. Bei Kellern und Baustellen lag sie unter 7 %.
Steigt der Wohnungseinbruch in Frankfurt?
Ja. 2025 erfasste die Polizei 1.333 Wohnungseinbrüche, rechnerisch 26,6 % mehr als 2024 und 24,3 % mehr als 2019. Je 100.000 Einwohner sind das 176,3 Fälle, bundesweit 99,2.
Ist Frankfurt die gefährlichste Stadt Deutschlands?
Frankfurt hat unter 16 Großstädten die höchste Zahl an Straftaten je 100.000 Einwohner. Dieser Wert wird aber durch Pendler, Besucher und den Flughafen erhöht. Beim schweren Diebstahl liegt Frankfurt im Mittelfeld.
Quellen
Polizeipräsidium Frankfurt am Main: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, Grundtabelle Straftaten
Polizeipräsidium Frankfurt am Main: PKS-Jahrbuch 2025, Abschnitt Gewerblicher Einbruchdiebstahl
Polizei Hessen: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main, Pressemitteilung
Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2019 bis 2025, Tabelle 01 Städte ab 100.000 Einwohnern
Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, Tabelle 01 Länder (Hessen) und Tabelle 01 Zeitreihe Bund
Hessisches Ministerium des Innern: Pressemitteilung zur PKS 2025
Polizei Hessen: Polizeiliche Beratungsstelle Polizeipräsidium Frankfurt am Main
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